Tanzen, bis die Füße brennen

Eröffnet wurde das gemeinsame Training dieses Jahr am Freitagabend mit einer Einführung in den Paso Doble. Den Beginn bildeten hier einfache Schritte mit stolz erhobenen Köpfen, die marschmäßig im Viervierteltakt durch den Raum getanzt wurden. Danach zeigte Trainer Mathias Nutz, selbst ehemaliger S-Klasse-Tänzer in Latein, wie die Paare ihren Oberkörper in einer Promenade drehen müssen, um danach, angeführt durch eine Promenade, selbst den ersten Grand Circle tanzen zu können. Schritt für Schritt entstand so schließlich bis zum Ende des Workshops eine Sequenz von achtmal acht Takten, die gut geeignet ist, einen Paso Doble-Titel durchzutanzen. Ein gelungener Trainingsauftakt, fanden die Sportler und gemeinsam wurde der Abend dann im hauseigenen Cafe beendet.

Der Samstag begann mit einem vielfältigen Frühstück. Brötchen, Knäcke, Aufschnitt, frisches Obst und Joghurt samt Müsli - es gab nichts, das fehlte. Alle Teilnehmer waren begeistert und begaben sich anschließend in den Tanzsaal, um sich in der amerikanischen Variante des Langsamen Walzers zu probieren. Hier führte Dr. Jette Schimmel, DOSB-Trainerin B, durch das Tanzprogramm. Mit der Grundtechnik des Walzers gut vertraut begann die Trainingsstunde auch im vertrauten Rhythmus und blieb es, bis das speziell Amerikanische zum Tragen kam, nämlich die offenen Figuren. Im Gegensatz zum europäischen Walzer, der in komplett geschlossener Haltung getanzt wird, variiert die Haltung und das paar Paar tanzt kurze Sequenzen offen, um dann im nächsten Takt wieder zueinander zu finden. Das war kurzzeitig anstrengend und verlangte allen Paaren viel Konzentration ab. Aber auch hier entstand eine Tanzfolge, die es den Sportlern erlaubte, im amerikanischen Stil über das Parkett zu schweben. Alle waren begeistert und erschienen gern zur zweiten Trainingseinheit des Tages, in der der American Mambo auf dem Plan stand. Ein Tanz, der auf Cuba entstand und dessen Musik ins Ohr geht. An Salsa erinnernd machten die einfachen Schritte und Drehungen Spaß und auch hier entstand eine schöne Sequenz, die man gut in der Öffentlichkeit tanzen kann.

Wieder zurück im Cafe gab es dann eine wohlverdiente Pause nach all den Tanzschritten. Alle freuten sich darüber, sich setzen und strecken zu können, und genossen heißen Kaffee oder Tee. Gespräche kamen auf und sie wurden nur kurz unterbrochen als die Turnier-und Formationspaare wieder aufstanden um zur Trainingseinheit drei des Tages zu schreiten. Nach dem Training bereiteten sich alle auf den Höhepunkt des Samstagabends, dem Samstagsabendball, vor, der dieses Mal unter dem Motto “Tanz in den Frühling” stand.

Treffpunkt dafür war der Kinosaal, gegenüber vom Haupthaus. Erster Eindruck: die Tänzer waren schicker gekleidet als tagsüber, aber auch bedeutend ruhiger. Erste Klagen über zu enge Schuhe und müde Beine kamen auf. Man lief langsamer und erst zum gemeinsamen Solo Dancing standen alle Tänzer wieder auf der Fläche. Vorbereitet waren ein Langsamer Walzer, ein Tango, eine Cha Cha Cha und ein Jive. Alle Sportler ließen sich begeistern, tanzten entspannt ihre Schritte im Karree und drehten, meist unterstützt von einem Klatscher, mit Schwung zur Seite. Die müden Beine waren plötzlich wieder munter! Man tanzte erneut, im Paar, allein oder als Frauenformation. Es gab viel zu sehen, zu erzählen und man stellte fest, die Solo Cha Cha Cha hatte Teilnehmer und Trainer gleichermaßen begeistert. Kurzerhand wird die Solo Cha Cha Cha zum Clubtanz von Schwarz Silber, passend zum 60jährigen Jubiläum, ernannt und heißt nun "cHALé". Jetzt wussten alle, etwas vom Wochenende würde bleiben. Ein schöner Gedanke.

Am Sonntagmorgen fand dann die letzte Trainingseinheit auf dem Rabenberg statt. Die Beine waren auch hier noch müde, die Schuhe zu eng und mancher meinte, ein Brennen der Fußsohlen zu spüren. Doch es waren nur kurzzeitige Gefühle, denn Minuten später wiederholten alle Paare unter Anleitung der Trainer noch einmal den Paso Doble, den amerikanischen Walzer, den American Mambo und "cHALé", der nicht nur mit Begeisterung getanzt, sondern auch noch aufgezeichnet wurde. Das letzte Training war ein gelungener Abschluss von gelungenen Tagen.

"Vielen Dank" war das Fazit, das überall durchklang.

Silvie Matthes
(Breitensportwartin)